Abwasser

Grundinformationen:

Jeden Tag wird Wasser benutzt. Alle Menschen machen das. Es wird nicht nur getrunken. Es wird auch zum Waschen gebraucht. Und für viele andere Dinge. Dadurch wird das Wasser schmutzig. Wenn das Wasser nicht wieder gesäubert wird, gelangt es schmutzig in Flüsse oder Bäche. Das Wasser beginnt dann zu stinken. Vor 50 Jahren war das noch häufig der Fall. Die Krückau, die Pinnau und die Wedeler Au sind Flüsse im Kreis Pinneberg. Sie gehörten damals zu den schmutzigsten Gewässern in ganz Deutschland. Aber heute wird das Wasser erst gereinigt, bevor es in die Flüsse geleitet wird. Dazu braucht man Klärwerke. Aber auch die können leider nicht alle schädlichen Stoffe aus dem Wasser herausbekommen. Deshalb gibt es Sachen, die man nicht einfach in den Abfluss schütten sollte. Fester Abfall gehört deshalb in die Mülltonne. Tabletten, die man nicht mehr braucht, sollte man lieber in der Apotheke abgeben. Die sind nämlich giftig für Tiere, die in den Flüssen leben. Auch altes Öl soll man dahin zurückbringen, wo man es gekauft hat. Und Putzmittel sollten Sie nur soviel benötigen, wie sie wirklich brauchen. Wenn man Wäsche mit der Waschmaschine wäscht, ist es besser zu warten, bis die Maschine voll ist. Dann muss man nicht so oft waschen. Viele Menschen benutzen Weichspüler. Der ist aber auch ungesund für das Wasser. Die Reinigung für das Wasser übernimmt bei uns ein großes Klärwerk. Hier wird das Wasser mit moderner Technik gesäubert. Wenn das Wasser sauber ist, wird das Wasser in die Elbe geleitet. Heute ist das Wasser wieder so sauber, dass man darin baden kann.

Weiterführende Informationen:

Täglich wird Wasser verschmutzt!
In Industrie und Gewerbe, aber auch im Haushalt wird täglich Trinkwasser benutzt und verschmutzt - wir alle sind daran beteiligt. Gelangt das verschmutzte Wasser ungeklärt in Bäche und Flüsse, sind stinkende Kloaken die Folge, wie es in den 60er Jahren noch der Fall war. Krückau, Pinnau und Wedeler Au gehörten zu den am stärksten verschmutzten Gewässern Deutschlands. Heute werden in Deutschland modernste Techniken eingesetzt, um das Abwasser zu reinigen. Die Belastung mit schädlichen Stoffen ist dadurch deutlich zurückgegangen.

Nicht alle Stoffe lassen sich aus dem Abwasser entfernen!
Während an der Verschmutzung jeder einzelne von uns beteiligt ist, überlassen wir die Reinigung den Klärwerken. Diese müssen mit hohem Aufwand das Wasser von den Verunreinigungen befreien.
Allerdings gelingt ihnen das nicht zu 100 Prozent. Viele Stoffe, die aus Unkenntnis, Unachtsamkeit oder gar mit der Absicht, sie los zu werden, ins Abwasser gelangen, kann eine Kläranlage nicht reinigen. Hierzu gehören Schwermetalle, anorganische Verbindungen... Diese Stoffe gilt es zu meiden. Schwieriger zu vermeiden sind allerdings Rückstände von Arzneimitteln und Hormonen, die über die menschlichen Ausscheidungen ins Abwasser gelangen.

Gewässerschutz beginnt im Haushalt!
Jeder kann etwas dazu tun, dass die Belastung unseres Wassers so gering wie möglich ist.
Bitte denken Sie daran:
- feste Abfälle, wie z. B. Lebensmittelreste, Zigarettenkippen, Ohrstäbchen, Katzenstreu u. a. gehören in die Mülltonne
- Arzneimittel vergiften das Abwasser, bitte in der Apotheke abgeben
- 1 Liter Öl kann 1 Mio. Liter Wasser verschmutzen, Verkaufsstellen von Mineralölen sind gesetzlich zur Rücknahme von Altöl verpflichtet
- Lösungsmittel, Farben und Pinselreiniger sind Sonderabfälle und gehören auf keinen Fall ins Abwasser, sie müssen als Sondermüll entsorgt werden
- Verwenden Sie Reinigungs- und Putzmittel sparsam

Überdenken Sie Ihre Gewohnheiten:
Waschen Sie nur, wenn die Maschine voll ist. Durch sorgsamen Umgang mit Waschmitteln kann Wasserverschmutzung verringert werden.
Verzichten Sie auf Weichspüler!

Nicht vergessen: Das Abwasser von heute ist das Trinkwasser von Morgen.

Abwasserreinigung - warum?
Wer sich heute hier im Unterlauf der Elbe oder an deinem ihrer Nebenflüsse Krückau, Pinnau und Wedeler Au bei einem Spaziergang erholt, kann sich kaum vorstellen, dass diese Gewässer Ende der 50er Jahre stinkende Kloaken waren. Damals leiteten die Menschen fast sämtliches Schmutzwasser, egal ob aus Haushalt oder Betrieb, direkt in die Flüsse ein.

Die Folgen:
Ein intaktes Gewässer ist eine komplexe Lebensgemeinschaft, in der Bakterien, Tiere und Pflanzen eine genau aufeinander abgestimmte Rolle spielen.
Schmutzstoffe werden als Nahrung genutzt und auf diese Weise abgebaut. Allerdings kann ein Fluss oder ein Teich nur eine gewisse Menge an Verunreinigungen verkraften. Wird zu viel eingeleitet, kippt das Gewässer um: Viele Arten sterben, einige wenige vermehren sich explosionsartig.
Auch Überdüngung zerstört das natürliche Gleichgewicht. Abwasser kann große Mengen an Phosphaten und Nitraten enthalten. Hohe Nährstoffeinträge führen zu einer Massenvermehrung bestimmter Algen, der Algenblüten. Die absterbenden Algen zehren den im Wasser enthaltenen Sauerstoff auf und entziehen anderen Lebewesen die Lebensgrundlage. Eine sichtbare Folge war in den 80er Jahren das Robbensterben in der Nordsee.

Erfolgreicher Gewässerschutz:
Heute gibt es Gesetze, die für den Schutz unserer Gewässer sorgen. Die Einleitung von Abwasser in einen Fluss ist nur dann erlaubt, wenn strenge Auflagen erfüllt werden, die nur durch eine Kläranlage zu erreichen sind.
Im nordwestlichen Hamburger Randbereich hat diese Aufgabe der Abwasserzweckverband Pinneberg übernommen. 39 Städte und Gemeinden haben sich hier zusammengeschlossen, um in einem gemeinsamen Großklärwerk das Abwasser ihrer Einwohner sowie aus Gewerbe und Industrie zu reinigen. Das sind 36 Milliarden Liter pro Jahr oder 1 Millionen volle Badewannen täglich.

Die Abwasserreinigung:
Der Abwasser-Zweckverband Pinneberg betreibt in Hetlingen ein hochmodernes Klärwerk. 200 Mitarbeiter setzen sich tagtäglich dafür ein, dass die Qualität des in die Elbe eingeleiteten Wassers höchsten ökologischen Ansprüchen genügt.

Die Abwasserreinigung gliedert sich in zwei Phasen: die mechanische und die biologische Reinigungsstufe.

Mechanische Abwasserreinigung:
In der Rechenanlage harken große Rechen die festen, groben Stoffe aus dem ankommenden Abwasser. Das sind neben Toilettenpapier auch viele Abfälle, die nicht ins Abwasser gehören, wie z. B. Binden oder Putzlappen. Im Sandfang werden Sand und Fett abgetrennt. Das Wasser durchströmt das Sandfangbecken so langsam, dass die schweren Sandkörner auf den Boden sinken und sich das Fett auf der Oberfläche sammelt. Die Vorklärung hat die Aufgabe, die feinen schlammigen Schwebstoffe zu entfernen. Diese sinken aufgrund der sehr geringen Fließgeschwindigkeit zu Boden und werden zur Klärschlammbehandlungsanlage transportiert.

Biologische Abwasserreinigung:
In großen Belebungsbecken fressen - wie in einem natürlichen Gewässer - Bakterien und andere Kleinstlebewesen die im Wasser enthaltenen Schmutz- und Düngestoffe auf. Der Unterschied: Ausgeklügelte biotechnologische Verfahren, von Menschen und Messtechnik gesteuert, schaffen optimale Bedingungen für die kleinen Helfer. Dies bewirkt eine enorme Beschleunigung der Abbauprozesse. Um die Entfernung der Phosphate zu verbessern, werden zusätzliche Salze eingesetzt. In den Nachklärbecken wird das gereinigte Wasser von dem Bakterienschlamm, dem sogenannten Belebtschlamm, getrennt. Der Schlamm sinkt zu Boden und wird zur Klärschlammbehandlung transportiert. Das saubere Wasser an der Oberfläche wird in Rinnen gesammelt und von dort in die Elbe geleitet. Der Erfolg: 95 % aller Schmutz- und Düngestoffe werden im Klärwerk Hetlingen aus dem Abwasser entfernt. Das Wasser ist so sauber, dass die Elbe an der Hetlinger Schanze wieder Badequalität aufweist.

Kontakt

Integrierte Station Unterelbe im Elbmarschenhaus
Hauptstraße 26
25489 Haseldorf
Tel. 0 41 29 / 955 49-0, Fax -20,
, www.elbmarschenhaus.de
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 10 – 16 Uhr


Kontakt azv Südholstein
Am Heuhafen 2
25491 Hetlingen
Tel. 04103 - 9640
www.azv.sh